Verführer (der)

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1) Es ging einmal ein verliebtes Paar
Im grünen Wald spazieren.
Der Knab, der ihr so untreu war,
Wollt sie im Wald verführen.

2) Er nahm sie bei der weissen Hand,
Führt sie in ein Gesträuche
Und sprach zu ihr : « Herzliebste mein,
Hier findest du deine Freude ! » –

3) « Was müssen das für Freuden sein,
Die ich im Wald soll finden ?
Vielleicht ist es mein kühles Grab,
In dem ich soll versinken. »

4) Jetzt gab er ihr den ersten Stich,
Da sank sie sanft zusammen.
Sie schrie : »O Jesu, steh mir bei
An meinem letzten Ende ! »

5) Er gab ihr jetzt den zweiten Stich,
Da fiel sie hin zur Erde.
Sic schrie : « O Jesu, steh mir bei,
Ich sterb in deine Hände !

6) Ach Gott ! Wenn das mein Vater wüsst,
Dass ich im Wald soll sterben,
Er käm geschwind zu eilen her
Und tät mir helfen streiten. »

7) Die Glöcklein in der Stadt umher
Die fingen an zu läuten.
Sie läuten fort und immer fort,
Kein Mensch weiss, was es soll bedeuten.

Bischweiler 1870

Source :
"Das Volkslied im Elsass", Joseph Lefftz, vol. 1,  page 175 (voir la bibliographie)

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